Open Commons Region Linz: Noch mehr Medienecho 

 _ Radiobeitrag auf ORF OÖ und ausführliches Interview mit Gerald Kempinger in der Futurezone

Bereits am 21. Juli ausgestrahlt, hat uns das Team des ORF Radio OÖ nun freundlicherweise den Beitrag über die Studie zur Open Commons Region Linz in digitaler Form und damit zum Nachhören zur Verfügung gestellt. Im folgenden als Download im proprietären WMA- und freien OGG-Vorbis-Format:

Außerdem ist heute ist ein ausführliches Hintergrundgespräch mit einem der beiden Herausgeber der Studie, dem Linzer IKT-Chef Gerald Kempinger, in der ORF Futurezone erschienen. Ein Auszug daraus:

"Das Ziel ist, einen Impuls zu geben, so dass sich eine Eigendynamik in der Region entwickelt und entsprechende Projekte entstehen, die auf Open-Commons-Materialien, Informationen, Daten und Werken aufbauen. Die Initiativen können einerseits von Bürgern kommen, wie klassische Communityprojekte, aber auch von Unternehmen."

Bleibt zu hoffen, dass die Umsetzung der in der Studie vorgeschlagenen Maßnahmen durch das große Medieninteresse und die damit verbundene Aufmerksamkeit befeuert und unterstützt wird.

_2010-08-24

 

Ergebnisse der Studie "Open-Commons-Region Linz" [Update]

 _ Potentialanalyse der städtischen IKT GmbH in Kooperation mit JKU-Institut schlägt konkrete Maßnahmen vor

Im Oktober 2008 beschloss der Linzer Gemeinderat die Erstellung einer "Potentialanalyse mit Umsetzungskonzept",  die untersuchen sollte, "wie der Großraum Linz zur Open-Source Region werden kann" (vgl. „Großraum Linz soll Open Source Region werden“). Durchgeführt wurde die Studie als Kooperationsprojekt der IKT Linz GmbH Gruppe und dem Institut für Personal- und Organisationsentwicklung in Wirtschaft und Verwaltung an der Johannes Kepler Universität Linz, wobei Teile der Studie im Rahmen von Projektseminaren gemeinsam mit Studierenden erarbeitet wurden (vgl. "Berliner Open-Source-Potenzialanalyse").

Fast genau eineinhalb Jahre später liegen nun die Ergebnisse in Form einer Creative-Commons-lizenzierten Studie (PDF) vor und schlagen gleich ein ganzes Paket an konkreten Maßnahmen vor. In der Einleitung skizzieren die beiden Studienleiter, Prof. Gustav Pomberger und Gerald Kempinger, den breiten Bogen, den sie mit ihrer Studie spannen möchten (S. 5):

Dabei soll es auch um Open-Source-Software gehen, aber darüber hinaus – und das ist bisher einzigartig – um viel mehr: die Bevölkerung, Communities, Kunstschaffende, Bildungseinrichtungen, Wirtschaft, Verwaltung und alle anderen werden eingeladen mitzumachen und sollen gemeinsam, sich gegenseitig ergänzend, aus einem reichen Fundus frei nutzbarer Daten und Werke wiederum frei nutzbare neue oder verbesserte und damit wertvollere Artefakte schaffen. Der Wert des entstehenden und verwendeten Gemeinguts wird nicht ohne weiteres in Beträgen ausdrückbar sein, wie sie auf Preisschildern herkömmlicher Produkte zu finden sind, aber dass dabei auch gewinnorientiertes Unternehmertum nicht zu kurz kommt, sondern im Gegenteil, sich neue Geschäftsfelder auftun, ist durch diverse Geschäftsmodelle längst belegt. 

Die Wahl des Begriffs "Open Commons" (OC) wird wiederum in der Executive Summary der Studie wie folgt begründet (S. 8):

Die vernetzte Informationsgesellschaft braucht freie Software, freie Daten, freies Wissen und freie Kulturgüter um Werke schaffen zu können, die dem Gemeinwohl dienen und ohne ökonomische und rechtliche Barrieren für alle nutzbar sind. Die Verfasser nennen die Gesamtheit freier Werke „Open Commons“ und verwenden damit bewusst einen Begriff, der alle Arten und Aspekte von immateriellen Gemeingütern umfasst. 

Die vorgeschlagenen Maßnahmen beziehen sich auf drei Handlungsfelder:

  • die Verankerung des Open-Commons-Gedankens in der Region Linz
  • die Organisation, Koordination und Förderung von OC-Aktivitäten
  • die Vernetzung mit anderen OC/OS-Regionen

Als eine Maßnahme zum ersten Handlungsfeld empfiehlt die Studie beispielsweise die rasche Umsetzung von "Initialprojekten" wie dem ebendort skizzierten "Lentiana" (S. 18):

Ein Projekt „Lentiana“ (in Anlehnung an Europeana) könnte das Ziel verfolgen, kulturelle Schätze des Großraums Linz in digitalisierter Form zur Verfügung zu stellen und die Geschichte des Großraumes Linz darzustellen. Organisationen der Stadt (z.B. das Stadtmuseum, Lentos, Archiv, AEC) und idealerweise auch Private sollten aufgefordert werden und auch bereit sein, Materialen in dieses Projekt einzubringen, um schnell über eine kritische Masse an interessanten Informationen zu verfügen. Wichtig erscheint auch die Einbindung von Schulen, die durch geeignete Anreize (z.B. Wettbewerbe) dazu motiviert werden sollen, einen inhaltlichen Beitrag zu leisten.

Abgesehen von solchen großen Initialprojekten finden sich über die ganze Studie verteilt eine Vielzahl an kleineren und größeren Maßnahmen, die von Open Data über eine Systematisierung des Einsatzes von Open-Source-Software bis hin zur Ausrichtung einer OC-Messe oder -Konferenz. 

Zur Koordination der Einzel- und Teilprojekte sowie für Beratungen, Schulungen und allgemeine Veranstaltungen wird die Schaffung eines "OC-Kompetenzzentrums" angeregt. Als weitere Einrichtungen sollen eine "OS-Clearingstelle" zur Abstimmung von Angebot, Nachfrage, Infrastruktur, Lizenzen usw. für OS-Software und eine "OC-Professur" mit Beiträgen zu interfakultären und ggf. interuniversitären Forschungsaktivitäten und Lehrveranstaltungen in Linz geschaffen werden. 

Neben den in der Studie zusammengefassten Ergebnissen wurde auch die Dokumentation einzelner Arbeitspakete, die der Studie unter anderem zugrundeliegen, veröffentlicht (Arbeitspakete 6 und 7 beschäftigen sich mit Handlungsempfehlungen und bilden den Kern der Studie):

  • Arbeitspaket 1: Bestandsaufnahme über Open-Source-Aktivitäten im Großraum Linz (PDF)
  • Arbeitspaket 2: Identifikation von kritischen Erfolgsfaktoren für Open-Source-Projekte (PDF)
  • Arbeitspaket 3: Beispiele für Open-Source-Regionen (PDF, Anhang )
  • Arbeitspaket 4: Identifikation von Chancen und Risiken beim Einsatz von Open-Source-Software (PDF)
  • Arbeitspaket 5: Kriterienkatalog zur Identifikation von Open-Source-Einsatzgebieten (PDF)
  • Arbeitspaket 8: Möglichkeiten des Zusammenwirkens der OpenStreetMap-Community und der Stadt Linz im Bereich Geodaten (PDF)
Die Studie wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert, ein erster Bericht findet sich bereits auf orf.at.

[Update]

Dank DPA- und APA-Meldung berichten die Medien in Österreich und Deutschland über die Präsentation der Studie - kleine Auswahl:

Und auch in der Blogosphäre verweisen bereits Wolfgang Romey und der esociety-Blog auf die Studie. 

_2010-07-21

 

WLAN bald in Linzer Straßenbahnen und Wartehäuschen?

 _ Gemeinderatsantrag für freies WLAN im öffentlichen Nahverkehr

Bereits seit über fünf Jahren betreibt die Stadt Linz in Kooperation mit dem (teil-)städtischen Internetprovider LIWEST über 120 WLAN-Hotspots für kostenlosen und unlimitierten Internetzugang in Bibliotheken, Volkshäusern und an zahlreichen öffentlichen Plätzen (z.B. Bahnhof, Hauptplatz, Donaulände, etc., vgl. Liste mit Hotspot-Standorten). Die immer noch steigenden Nutzungszahlen - alleine in und rund um den Standort Wissensturm haben sich 2009 über 20.000 Menschen eingeloggt - zeigen, dass sich dieses Angebots trotz UMTS & Co immer noch wachsender Beliebtheit erfreut.

"Freie Netze. Freies Wissen."-Mitherausgeber und Gemeinderat Christian Forsterleitner berichtet nun auf seinem Blog über einen Gemeinderatsantrag (PDF), in dem die städtische Linz AG aufgefordert wird, Straßenbahnen, Busse und Wartehäuschen ebenfalls mit WLAN-Hotspots auszustatten:

Die Linz Linien werden ersucht, in Straßenbahnen und Bussen die notwendige Technik für WLAN-Netzwerke einzubauen und so rasch wie möglich den Testbetrieb für WLAN zu beginnen. Außerdem sollen die Wartehäuschen der Linz Linien an stark frequentierten Haltestellen schrittweise mit kostenlosen WLAN-Hotspots ausgestattet werden.

Abgestimmt wird über den Antrag am Donnerstag, 1. Juli 2010. Die Linz Linien signalisieren auf Nachfrage bereits, im Falle der Zustimmung zum Antrag der Aufforderung nachkommen zu wollen.

_2010-06-29

 

Masterstudium "Webwissenschaften": Statusbericht

 _ Studienzweige stehen fest, Finanzierung noch nicht fixiert

Wie bereits in diesem Blog berichtet („Webwissenschaften an der JKU in Planung [Update]“), soll mit Beginn des kommenden Wintersemesters an der Linzer Universität ein breit angelegtes Masterstudium der "Webwissenschaften" angeboten werden. Während die letzte Finanzierungszusage von Stadt und Land noch ausständig ist, wurden die Studieninhalte mittlerweile fixiert. 

Webwissenschaften ist als interdisziplinäres Studium konzipiert. Aus verschiedenen Fachrichtungen wird das Web als Schwerpunkt beleuchtet. Das Besondere daran ist, dass das Studium gemeinsam mit der Kunstuniversität durchgeführt wird. AbsolventInnen von Bachelor/Diplomstudien aus den Bereichen Jus, Sozialwissenschaften (Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftswissenschaften, Sozialwirtschaft, Wirtschaftspädagogik und Soziologie), Kunst und Informatik können Webwissenschaften studieren und sich in ihrem Bereich spezialisieren. Dazu wird am Beginn des Studiums eine Grundlage geschaffen. Alle AnfängerInnen besuchen Kurse um mit den Grundlagen vom Webwissenschaften vertraut zu werden, danach erfolgt eine Spezialisierung aufgrund der Vorbildung. Derzeit sind folgende Studienzweige geplant:

  • Studienzweig Social Web
  • Studienzweig Web Art & Design
  • Studienzweig Web Business&Economy
  • Studienzweig Web Engineering
  • Studienzweig Web und Recht

Ziel ist es aber auch zwischen den Studierenden der unterschiedlichen Studienzweige einen interdisziplinären Austausch der Fachrichtungen zu forcieren.

Nicht nur als Vorsitzende der HochschülerInnenschaft sondern auch als Mitglied der Studienkommission Webwissenschaften war Susi Aichinger in die Konzeption des Studienganges eingebunden. Ihr Fazit:
"Webwissenschaften stellt eine Bereicherung für die Linzer Uni dar. Die Interdisziplinarität des Studiums erweitert dabei die Perspektiven der Studierenden. Eine Grundvoraussetzung um die innovativen Möglichkeiten des Web in die Praxis umzusetzen.“

Die offizielle Beschlussfassung über das Studium wird voraussichtlich im Juni 2009 erfolgen. Ab diesem Zeitpunkt gibt es genauere Informationen über die Inhalte, Fächer und Studienablauf auf der Homepage der JKU.

_2010-05-20

 

Wolfgang-Heilmann-Preis für "Freie Netze. Freies Wissen." 

 _ Buch und Projekte erhalten den Preis "für humane Nutzung der Informationstechnologie" der deutschen Integrata-Stiftung - von Leonhard Dobusch und Christian Forsterleitner

Mit großer Freude dürfen wir an dieser Stelle verkünden, dass das Buchprojekt "Freie Netze. Freies Wissen." sowie die daraus hervorgegangene Initiative "Wissensraum Linz" (vgl. "Projekt 'Wissensraum Linz' im Rahmen der Ars Electronica 2008") den mit EUR 5.000,-- dotierten 1. Preis des Wolfgang-Heilmann-Preises für humane Nutzung der Informationstechnologie erhalten haben (vgl. Presse-Notiz).

Vergeben wird der Preis von der deutschen Integrata Stiftung, die das Portal "HumanIThesia" betreibt und in der Beschreibung des Grundgedankens der Stiftung unter anderem folgendes anführt:

Es ist also nicht die materielle Not allein, die es zu beseitigen gilt. Um dem Leben aller Menschen die Qualität zu verleihen, die als human gelten kann, sind große Bildungsanstrengungen zu unternehmen. Ein ausgebildeter Mensch wird nicht nur in seiner Persönlichkeit wachsen, sondern auch einen größeren Beitrag zur Überwindung der Not leisten können. Noch mehr Bedeutung messen die meisten Menschen allerdings ihrer Gesundheit bei, und das mit Recht. Sie gilt es vor allem zu wahren und zu fördern. Gesunde, gebildete Menschen ohne wirtschaftliche Not müssen weltweit das höchste Ziel sein, das die Staatengemeinschaft verfolgt. Erst auf dieser Basis werden auch Kunst und Wissenschaft richtig aufblühen und gedeihen und eine Weltkultur schaffen, die den Idealen der Humanität im höchsten Sinne gerecht werden kann.

Die Preisverleihung wird im Rahmen des 1. Kongresses zur humanen Nutzung der IT anlässlich des zehnjährigen Stiftungsjubiläums am 14. Oktober 2010 in Karlsruhe stattfinden. Ein Mitglied der Jury, Professor Hans-Dieter Zimmermann von der FHS St. Gallen, hat aber bereits jetzt eine ausführliche Rezension von "Freie Netze. Freies Wissen." auf dem FHS eSociety Blog veröffentlicht.

Als Herausgeber wurden wir außerdem eingeladen einen kurzen Beitrag für den anlässlich des Kongresses erscheinenden Sammelband zu verfassen. Der Aufsatz mit dem Titel "Wissensraum Linz: Freie Netze und Freies Wissen als kommunalpolitische Aufgabe" steht unter einer Creative-Commons-Lizenz als Pre-Print-PDF zum Download zur Verfügung.

Was mit dem Preisgeld geschehen wird, ist noch nicht entschieden und wird im Kreis sämtlicher Mitwirkenden gemeinsam besprochen werden. Fest steht aber, dass es rund um den Themenkreis von "Freie Netze. Freies Wissen." investiert werden wird.

_2010-03-26

 

Debatte um Kulturflatrate in Deutschland 

_Volker Grassmuck antwortet auf "10 Thesen gegen eine Kulturflatrate" der Musikindustrie

Immer lauter werden in jüngster Zeit die Rufe nach Einführung einer sogenannten "Kulturflatrate", also einer Pauschalabgabe ähnlich der Rundfunkgebühren auf jeden Internetanschluss, bei gleichzeitiger Legalisierung von nicht-kommerziellem Filesharing.

Wie realistisch derartige Ideen sind, wird wohl am besten dadurch illustriert, dass sich der deutsche Bundesverband der Musikindustrie bemüßigt gefühlt hatte, ein "Positionspapier zur Kulturflatrate" mit "zehn Argumenten, warum die Kulturflatrate ein Irrweg ist", zu publizieren. Fast schon anerkennend heißt es darin:

Gemeint ist mit der Kulturflatrate meist eine Zwangsabgabe auf den Internetzugang, mit der Urheber und Kreative für die illegale Nutzung ihrer Arbeit entlohnt werden sollen. Selten hat es ein derart unausgegorenes Konzept so schnell Karriere gemacht und es sogar in die Programme einiger Parteien geschafft. 

Auf netzpolitik.org hat nun der deutsche Mediensoziologe und Urheberrechtsaktivist Volker Grassmuck in einer detaillierten Replik diese 10 Argumente nach allen Regeln der Kunst zerpflückt. Er leitet seine Antwort wie folgt ein:

Das Papier ist von maßlosen Übertreibungen, hinkenden Vergleichen und Schüssen in die eigenen Füsse durchzogen. Da sich zwischen den Zeilen erstmals eine Gesprächsbereitschaft erkennen lässt, verdient es dennoch eine Antwort. 

In englischer Sprache hatte sich zuvor bereits "Freie Netze. Freies Wissen."-Herausgeber Leonhard Dobusch im Forschungsblog "governance across borders" ebenfalls kritisch mit dem Positionspapier auseinandergesetzt (vgl. "Extending Private Copying Levies: Approaching a Culture Flat-rate?").

_2010-02-10

 

Absurditäten des Urheberrechts: Streit um die Bundeshymne  

 _ Mit Hilfe des Urheberrechts soll eine geschlechtergerechte Pop-Fassung der Bundeshymne verboten werden

Die Beispiele für Probleme, Absurditäten und Auswüchse des Urheberrechts sind so zahlreich wie vielfältig. Eine Groteske um die österreichische Bundeshymne reiht sich nun in diese unrühmliche Reihe ein. Für eine Kampagne des Bildungsministeriums hat Popsängerin Christina Stürmer eine musikalisch stark, textlich aber nur leicht abgeänderte Fassung der Bundeshymne aufgenommen.

 

Orf.at berichtet nun über folgenden Einwände der Rechtsnachfolger und -vertreter sowohl der Textdichterin Paula von Preradovic als auch von Victor Keldorfer und Max Schönherr, die für die Chor- und Orchesterbearbeitung der Hymne verantwortlich zeichneten:

Stürmer singt in ihrer Version von der Heimat "großer Söhne und Töchter". Diese Textänderung, im Original ist nur von Söhnen die Rede, sei ein "Eingriff in das Persönlichkeitsurheberrecht", sagte Ulrich Schulenburg, Geschäftsführer des Sessler-Verlags, der die Erben der Textdichterin Paula von Preradovic vertritt.
Zudem hält Schulenburg eine "poppige Version" der Bundeshymne generell für eine Absurdität: "Das kann nicht im Sinne des Staates sein." Der Verlag vertritt auch die Erben von Victor Keldorfer und Max Schönherr, von denen die Chor- und Orchesterbearbeitung der ursprünglich Wolfgang Amadeus Mozart zugeschriebenen Freimaurerkantate stammt.

Unabhängig davon, wie man überhaupt zu Nationalhymnen steht und abgesehen von all den anderen Absurditäten an dieser Geschichte - allen voran dem Umstand, dass hier wirklich gegen die bloße Erwähnung Österreichs "großer Töchter" gekämpft wird - ist es doch erstaunlich, dass das geltende Urheberrecht hier ins Treffen geführt werden kann.

Und auch wenn im konkreten Fall die Rechtsdurchsetzung mehr als fraglich ist, so zeigt dieser Fall sehr augenscheinlich, welche Einschränkungen und negativen Konsequenzen ein über die Maßen strenges Urheberrecht für eine mehr und mehr auf Remix bestehender Werke fußende Kultur hat. Denn während das Bildungsministerium klarerweise "etwaigen rechtlichen Schritten vollkommen gelassen gegenüber" stehen kann, gilt das für Privatpersonen und weniger bekannte KünstlerInnen wohl keinesfalls in gleichem Maße. 

_2010-01-22

 

Zur Debatte um Google Books 

_"Kommentar der Anderen" von Leonhard Dobusch im Standard

In der aufgeregten Diskussionen rund um die Digitalisierung von Büchern durch US-Konzerne wie Google sehen viele, unter anderen auch prominente Autorinnen und Autoren, eine Bedrohung des geistigen und kulturellen Erbes. Die problematische Rolle des herrschenden Urheberrechts bleibt dabei häufig unberücksichtigt. 

"Freie Netze. Freies Wissen."-Herausgeber Leonhard Dobusch hat zu diesem Thema nun einen "Kommentar der Anderen " für die Printausgabe des Standards vom 23. November 2009 verfasst. Ein Auszug daraus:

Hauptursache für die Heftigkeit der Auseinandersetzung ist aber weder das Verhalten von Google noch jenes der Kritiker, als vielmehr ein nicht mehr zeitgemäßes Urheberrecht. Bei der Einführung des Urheberrechts war die Erstellung von Büchern teuer, die Schutzfristen waren kurz; in den USA betrugen sie ursprünglich 14 Jahre nach Veröffentlichung eines Werkes. 200 Jahre und eine digitale Revolution später ist die Erstellung und Verbreitung von Texten, aber auch von Musik und Bildern, so günstig und einfach wie nie zuvor. Die Schutzfristen haben jedoch das absurde Ausmaß von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers erreicht; bis ein Werk wieder der Allgemeinheit frei zur Verfügung steht, vergehen regelmäßig mehr als 100 Jahre.

 

_2009-11-22

 

Ein Monat Linz Public Space Server: Erste Eindrücke 

_ Gastbeitrag von Gregor Kratochwill, Wissenstum Linz und zuständig für den Public Space Server

Seit nunmehr einem Monat ist der Linzer Public Space Server online und das Angebot erfreut sich großer Beliebtheit. Schon mehr als 650 Personen aus Linz nutzen das Service der Stadt. Die Grundüberlegung, einen werbefreien und von kommerzieller Einflussnahme entkoppelten Webspace zu realisieren, ist ein bislang in Europa einzigartiger Schritt.

Nach dem Umsetzungsbeschluss im Linzer Gemeinderat am 2. Juli 2009 ging im September public.linz.at online. Die ersten Tage stellten ob der Einzigartigkeit des Projekts für alle Beteiligten „virtuelles“ Neuland dar und verliefen dennoch weitgehend reibungslos - in den ersten Tagen meldeten sich jeweils mehr als 100 Personen an.

Das Angebot umfasst eine POP3-E-Mailadresse, die sich in jedem E-Mail-Client integrieren lässt, aber auch über ein Web-Mail-Interface verfügt. Das Kernstück des Angebots umfasst einen Web-Space mit SQL-Datenbanken und zahlreichen einfach zu installierenden und vorkonfigurierten Web-Applikationen. Diese reichen von Content-Management-Systemen wie Joomla und Typo3 über Blog-Software und Wiki-Software, beispielsweise Mediawiki, bis hin zu Fotogalerien und vielem mehr. Wer seinen Webspace aber völlig selbst bespielen will, kann das natürlich ebenfalls mit Standard-FTP-Software wie beispielsweise der Open-Source-Software Filezilla.

Hinsichtlich der „early adopter“, also der ersten Nutzerinnen und Nutzer bietet sich folgendes Bild: Der Public Space Server findet besonderen Anklang bei jüngeren Menschen, ca 50% der UserInnen sind unter 30 Jahre. Weitere 30% der UserInnen sind zwischen 30 und 50 Jahre alt. Die UserInnen sind zu ca. 20% Frauen und ca. 18% AkademikerInnen.

In den ersten Wochen seit Bestehen wurden von den NutzerInnen bereits viele interessante Informationen online gestellt. Die unten angeführte Liste der Inhalte ist eine nicht repräsentative Auswahl und soll einen ersten Eindruck davon verschaffen, wie das Angebot bislang genutzt wird. Allen Userinnen und Usern und jenen, die es noch werden möchten steht zum einen die Hilfe auf public.linz.at zur Verfügung sowie ein speziell auf die Nutzung des Public Space Servers zugeschnittenes Beratungs- und Kursangebot der VHS-Linz.

Am 7.November können sich Interessentinnen und Interessenten bei der „Langen Nacht der Forschung“ im Wissensturm vom Angebot des Public Space Servers selbst überzeugen und sofort anmelden.

Auswahl aus den ersten NutzerInnenseiten auf dem Linzer Public Space Server:

_2009-11-02

 

Start von public.linz.at mit Webspace als BürgerInnenrecht [Update]

 _ Offizieller Start des Linzer "Public Space Servers" mit 1GB Webspace für jedeN LinzerIn

Logo Public Space Server Bei einer Pressekonfernz verkündeten heute der zuständige Stadtrat Johann Mayr sowie Gemeinderat und "Freie Netze. Freies Wissen."-Mitherausgeber Christian Forsterleitner die Umsetzung des "Public Space Server"-Projektes. Seit heute können Linzerinnen und Linzer ab einem Alter von 14 Jahren unter public.linz.at die Freischaltung ihres Webspace im Umfang von 1 GB beantragen. Die Zugangsdaten werden in der Folge per Post verschickt und ab Montag können demnach die ersten ihren Webspace auch tatsächlich nutzen, zum Beispiel für das Aufsetzen ihres Blogs, eines Wikis oder einfach nur als Ablage für Dateien.

Laut Pressemitteilung wird es parallel zum Start des Servers auch ein Kursprogramm der Linzer Volkshochschule geben, das auf die Nutzung des Public Space Servers abgestimmt ist:

  • Mein Blog am Public Space Server (16. Oktober 2009 und 15. Jänner 2010)
  • Wie nutze ich den Linzer Public Space Server (30. Oktober 2009)
  • Meine Homepage am Public Space Server (6. November 2009 und 5. Februar 2010)
  • Meine Homepage – mein Wiki – mein Blog (13. November 2009)
  • Mein eigenes Wiki am Public Space Server (4. Dezember 2009 und 5. März 2010

Dem Start des Projektes waren ein Grundsatzbeschluss im Oktober 2007 ("Linzer Gemeinderat für Webspace als BürgerInnenrecht [Update]") sowie ein Umsetzungsbeschluss des Linzer Gemeinderates im Juli 2009 ("Linzer Gemeinderat beschließt 1 GB Webspace für alle LinzerInnen") vorangegen - letzterer Einstimmig von allen Fraktionen mitgetragen.

Das Projekt ist vorerst auf drei Jahre befristet und soll danach evaluiert werden. Vielleicht kommt danach auch eine Nutzungsmöglichkeit für Vereine hinzu, die in der derzeitigen Lösung noch außen vor bleiben.

_2009-09-16

[Update]

Nach ORF-Futurezone und Schockwellenreiter meldet heute mit heise.de auch das größte deutsche IT-Portal "Linzer bekommen gratis Webserver und E-Mail". 

_2009-09-18

 
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