Zu den AutorInnen dieser Ausgabe zählt auch Freiheit-vor-Ort-Mitherausgeber Leonhard Dobusch, und zwar mit einem gemeinsam mit Prof. Sigrid Quack vom Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung verfassten Aufsatz zum Thema "Auf dem Weg zu einer Wissensallmende?" Ein Auszug:
"Wer sein Wissen mit anderen teilt, muss es deshalb selbst nicht hergeben. Vielmehr gilt, je mehr Leute Zugang zum vorhandenen Wissen haben, desto mehr neue Ideen und Innovationen können aus der Rekombination dieses Wissens entstehen."
Außerdem finden sich in der Ausgabe viele weitere lesenswerte Beiträge, unter anderem zum Beispiel ein Essay von Silke Helfrich vom Commonsblog zum Thema "Was sind Gemeingüter?". Auch sie und ihr Co-Autor Felix Stein beschäftigen sich mit der Wissensallmende und verweisen in diesem Zusammenhang sogar auf die Stadt Linz:
"Auch in Europa tut sich bezüglich der Wissensallmende einiges. So hat zum Beispiel die Stadt Linz mit der Einrichtung von steuerfinanzierten Internetzugängen (hotspots) und Computerstationen für die Öffentlichkeit dafür gesorgt, dass dort der Zugang zum Wissen der Welt nicht mehr vom individuellen Einkommen abhängt. Politik, die auf die Förderung von Gemeingütern abzielt, ist insbesondere für die Kommunen eine Chance und eine Herausforderung."
_ "Meinung zum Urheberrecht" von Leonhard Dobusch auf iRights.info
iRights.info ist ein, wenn nicht das deutschsprachige Informationsportal für Urheberrecht in der digitalen Welt. Seit einiger Zeit erscheint dort täglich eine "Meinung zum Urheberrecht". In der heutigen Ausgabe kommt dort Freiheit-vor-Ort-Mitherausgeber Leonhard Dobusch zu Wort. In seinem Beitrag mit dem Titel "Neue Formen der Kreativität ermöglichen" fordert er dabei eine Ergänzung des europäischen Urheberrechts nach Vorbild der US-Fair-Use-Klausel:
"Eine Ergänzung der europäischen Schrankenbestimmungen um eine ähnliche Regelung ist mehr als überfällig, um schöpferische und nicht-verwertungsorientierte Ausdrucksformen von kreativen Usern zu ermöglichen. Dabei geht es nicht nur um die Freiheit künstlerischen Schaffens, sondern ganz allgemein auch um Rede-, Meinungs- und Ausdrucksfreiheit."
In seinem Beitrag sind außerdem eine Reihe von Beispielen von Videos verlinkt, die nach derzeitiger Rechtslage - aller Kreativität zum Trotz - nicht online veröffentlicht werden dürften.
_ Vorschlag für Lizenzierung, Video von der Auftaktveranstaltung und Blogeintrag von David Bollier
Als ersten konkreten Output der Initiative "Open Commons Region Linz" seit der Auftaktveranstaltung am 11. April 2011 (siehe auch untenstehendes Video) wurde Anfang dieser Woche ein Vorschlag für eine einheitliche Lizenzierung von Open Data in Österreich zur Diskussion gestellt (vgl. PDF). Der Vorschlag wurde gemeinsam mit dem Open-Commons-Beiratsmitglied Dr. Franz Schmidbauer erstellt.
Ebenfalls berichtenswert ist, dass die Initiative inzwischen auch internationale Aufmerksamkeit erfährt. So hat jüngst - unter Bezug auf einen Bericht von Freiheit-vor-Ort-Mitautor Thomas Gegenhuber, Commons-Vordenker David Bollier der Linzer Initiative einen Blogeintrag gewidmet.
Und wie angekündigt freuen wir uns anlässlich dieser offiziellen Vorstellung auch die kostenlose E-Book-Version zum Download anbieten zu können. Dank Creative-Commons-Lizenz, erforderlich sind Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen, ist das Weiterverbreiten (z.B. auf dem eigenen Blog) oder das Remixen (z.B. die Übernahme von Auszügen in eigene Werke) nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.
Über Hinweise und Feedback via Twitter mit dem Hashtag "#FvO" würden wir uns jedenfalls freuen.
E-Book-Download
Der gesamte Band "Freiheit vor Ort: Handbuch kommunale Netzpolitik" als E-Book-PDF.
Kapitel 1 (PDF): Freie Funknetze: Kommunale Kämpfe gegen die „Digitale Spaltung“ - Manuela Hiesmair und Leonhard Dobusch
Interview mit Karin Frohner Interview mit Volker Grassmuck Projekt: Offene Netze für öffentliche Räume Projekt: In Infrastrukturvielfalt investieren Projekt: Freie Funknetze
Kapitel 2 (PDF): Kommunale Kreativität entfesseln: Unzeitgemäßes Urheberrecht und die Alternative Creative Commons - Markus Eidenberger und Andreas Ortner
Interview mit Lawrence Lessig Interview mit Gerda Forstner Projekt: Verwendung und Förderung freier Lizenzen Projekt: Digitalisierung und Öffnung von Archiven Projekt: Bibliotheken als (E-)Book-on-Demand-Service
Kapitel 3 (PDF): Gemeinsam Lehren und Lernen: Open Educational Resources in Universitäten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen - Barbara Hofmann und Rebecca Kampl
Interview mit Anne Margulies Interview mit Monika Andraschko und Thomas Lumplecker Projekt: Öffnung der universitären Lehre Projekt: Open Educational Resources an Schulen Projekt: Öffentliche Weiterbildung und OER
Kapitel 4 (PDF): Freie Software im öffentlichen Sektor: Chancen und Aufgaben auf lokaler Ebene - Leonhard Dobusch und Jakob Huber
Interview mit Richard M.Stallman Interview mit Gerald Kempinger Projekt: Freie Software verbreiten Projekt: Freie Software in der Kommunalverwaltung Projekt: Freie Software für Schulen
Kapitel 5 (PDF): Öffentlicher Raum im Netz: Blogs, Wikis & Co - Laura Kepplinger und Josef Zehetner
Interview mit Markus Beckedahl Interview mit Gregor Kratochwill Projekt: Public Space Server Projekt: Wiki-Graffiti „Semapedia“ Projekt: Wikipedia füttern
Kapitel 6 (PDF): Freier Zugang zu Forschung: Wege zu Open Access - Bettina Langeder und Michaela Mader
Interview mit Gerhard Fröhlich Interview mit Melissa Hagemann Projekt: Open-Access-Repositorien einrichten Projekt: Open Access Award Projekt: Kommunale Open-Access-Wissenschaftsförderung
Kapitel 7 (PDF): Wie das Web Wissen schafft: Das Web als Kompetenz- und Forschungsfeld - Stefan Pawel und Stefan Augustyn
Interview mit Wendy Hall Interview mit Johann Höller Projekt: Institut und Studium der Webwissenschaft Projekt: Web als Unterrichtsprinzip Projekt: Lokale Forschungsprojekte zum Web
Kapitel 8 (PDF): Lasst die Daten frei! Open Government als kommunale Herausforderung und Chance - Christian Forsterleitner und Thomas Gegenhuber
Interview mit David Eaves Interview mit Gustav Pomberger Projekt: Kommunale Daten zu Open Data machen Projekt: Crowdsourcing mit Geodaten Projekt: Regionale Commons-Potentiale ausloten
"Das Web verändert unser Leben maßgeblich. Nur mit einem fächerübergreifenden Ansatz können wir diese Entwicklungen verstehen. Die Webwissenschaften als zeitgerechtes und modernes Studium an der JKU vermitteln die wissenschaftliche Basis für dieses Verständnis in Theorie und Praxis. Das Studium startet im WS 2011!
Wann: Donnerstag, 5. Mai, 18.30 Uhr – 20.00 Uhr Wo: HS 15 und Foyer Managementzentrum an der Johannes Kepler Universität, Altenbergerstraße 69, 4040 Linz Was: Präsentation des Studiums Webwissenschaften und der einzelnen Studienzweige Wer: Alle die an dem Studium interessiert sind
Ablauf: 18.30 Uhr: Begrüßung im HS 15 durch den Studienkommissionsvorsitzenden und Vorstellung des Studiums
19.00 Uhr: Detailinformationen in der Aula des Managementzentrums mit folgenden Ständen: 5 Stände für die Studienzweige 1 Tisch „Zulassungscheck“ 1 Tisch des ÖH Sozialreferats
20.00 Uhr: Ende der Veranstaltung"
Die Idee zur Einrichtung der Studienrichtung geht zurück auf einen Projektvorschlag in Kapitel 9 von "Freie Netze. Freies Wissen."
_ In vierteiliger Ö1-Radiokolleg-Sendung ging es u.a. auch um die Linzer "Open Commons Region"
Noch vor der offiziellen Auftaktveranstaltung (vgl. "Open Commons Region Linz: Es geht los!") war die Linzer Open Commons Region bereits Thema in einem Ö1-Radiokolleg mit dem Titel "Gut für alle". In dem Text zur Sendung heißt es wie folgt:
"Die hohe Anerkennung für die Commons kommt genau zur rechten Zeit, denn die Überfischung der Meere, der Klimawandel, knapper werdende Rohstoffe und die Krise der bestehenden Wirtschaftsordnung schreien geradezu nach neuen Lösungen für die Verteilung von Ressourcen zum Nutzen aller. Gleichzeitig haben Open-Source-Software, Gemeinschaften für freien Zugang zu Wissen und Bildung oder auch das alternative Lizenzmodell für kreative Werke, Creative Commons, gezeigt, dass Gemeingüter im digitalen Zeitalter eine neue Bedeutung haben, weil sie allen Menschen im Überfluss zur Verfügung stehen können, ohne übernutzt zu werden."
Im folgenden Teil 4 der Sendung vom 24.03.2011, in dem es u.a. um die Open Commons Region Linz geht, als Download zum Nachhören:
_ Homepage, Blog und Auftaktveranstaltung am 11. April 2011, 18.30 Uhr im Linzer Wissensturm
Nach Veröffentlichung der Studie zur "Open Commons Region Linz" im Juli 2010 (vgl. "Ergebnisse der Studie "Open-Commons-Region Linz" [Update] ") wurde mit 1. Dezember 2010 bei der IKT GmbH der Stadt Linz die in der Studie empfohlene Koordinationsstelle eingerichtet. Die dort in Angriff genommen Vorbereitungsarbeiten zeigen nun erste Früchte.
So gibt es nicht nur eine erste offizielle Homepage der Open Commons Region Linz, sondern - ein Novum im Bereich der Stadt Linz - auch einen offiziellen Blog, gehostet am Linzer Public Space Server unter http://opencommons.public1.linz.at/.
„Einsatz von Creative Commons in Produkt- und Grafikdesign“ Gerin Trautenberger, Realisator, microgiants
„Open Source in der Wirtschaft und Industrie -Wie kann Open Source einen Wirtschaftsfaktor darstellen?“ Nikolaus Dürk, Roland Lehner, Geschäftsführer, X-Net
„Was kann Open Commons für die Region Linz bedeuten“ Gerald Kempinger, Geschäftsführer, IKT Linz Stefan Pawel, Projektleiter, Open Commons Region Linz
Außerdem verfügt es die Open Commons Region seit neuestem auch über ein Seite auf Facebook - so wie übrigens auch "Freie Netze. Freies Wissen." unter http://www.facebook.com/freienetze.
_ Präsentation des Buches "Freiheit vor Ort" am 15. April im Rahmen der Blogger-Konferenz in Berlin
Auch wenn der Band "Freiheit vor Ort: Handbuch kommunale Netzpolitik" inzwischen bereits im Buchhandel und bei uns erhältlich ist, steht die quasi offizielle Präsentation des Buches noch aus. Wir freuen uns hiermit bekannt geben zu dürfen, dass diese Präsentation im Rahmen der re:publica-Konferenz in Berlin stattfinden wird, eine der laut Selbstbeschreibung "aufregendsten Konferenzen in Europa und die größte ihrer Art in Deutschland, welche sich rund um Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft dreht".
"In dem 2007 erschienen Sammelband “Freie Netze. Freies Wissen.” – online unter www.freienetze.at – wurden insgesamt 24 Projekte zur Umsetzung auf kommunaler Ebene anlässlich des Europäischen Kulturhauptstadtjahres Linz 2009 vorgeschlagen. Vier Jahre später blicken Leonhard Dobusch und Stefan Pawel nicht nur zurück auf Erfolge und Probleme im Zuge der Realisierung einzelner Projekte. Unter dem Titel “Freiheit vor Ort: Handbuch für kommunale Netzpolitik” (Open Source Press) erscheint zur re:publica auch ein Remix des ursprünglichen Bands, mit neuen Projekten, Interviews und Kapiteln zu Themen wie Open Government oder Web als Kompetenz- und Forschungsfeld. Auch dieses Buch steht unter einer Creative-Commons-Lizenz und wird bis zur re:publica als Download verfügbar sein.en."
Leider war die re:public-Konferenz bereits vor der offiziellen Präsentation des Konferenzprogramms ausverkauft, weshalb es nur noch vor Ort Tagestickets zu kaufen geben wird.
_ 4 Jahre nach "Freie Netze. Freies Wissen." erscheint Neufassung beim Verlag Open Source Press
Anfang des Jahres 2007 ist der Band "Freie Netze. Freies Wissen." erschienen und seither ist eine Menge passiert. Wie in diesem Blog dokumentiert sind eine Reihe der für Linz vorgeschlagenen Projekte inzwischen umgesetzt oder haben weitere Initiativen angestoßen, die weit über die damaligen Vorschläge hinausgehen (vgl. z.B. die Zwischenbilanz "Zwei Jahre Freie Netze. Freies Wissen." sowie die jüngste Studie zur "Open Commons Region Linz"). Besonders gefreut hat uns natürlich die Verleihung des Wolfgang-Heilmann-Preises für humane Nutzung der Informationstechnologie durch die Integrata-Stiftung (vgl. "Wolfgang-Heilmann-Preis für 'Freie Netze. Freies Wissen.'".
Genau rechtzeitig zum vierjährigen Jubiläum freuen wir uns nun außerordentlich, das baldige Erscheinen von "Freiheit vor Ort: Handbuch kommunale Netzpolitik" im Verlag Open Source Press bekannt geben zu können. Das Buch ist (viel) mehr als eine bloße Neuauflage, es ist eher ein Remix von "Freie Netze. Freies Wissen.", der versucht, ganz allgemein Diskussionen über digitale Freiheit auf lokaler Ebene anzustoßen: Fünf der ursprünglichen Kapitel wurden aktualisiert bzw. teilweise grundlegend überarbeitet und mit drei völlig neu verfassten Kapiteln zu Öffentlichem Raum im Netz, dem Web als Kompetenz- und Forschungsfeld und Open Goverment Data sowie insgesamt elf neuen Interviews ergänzt. Zu Leonhard Dobusch und Christian Forsterleitner ist außerdem Manuela Hiesmair als dritte Herausgeberin gestoßen. Das Buch ist ab sofort (vor-)bestellbar, z.B. via Amazon.
Selbstverständlich steht auch "Freiheit vor Ort" wie schon "Freie Netze. Freies Wissen." unter einer Creative-Commons-Lizenz, konkret die sind Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen erforderlich. Ebenfalls finden sich wieder konkrete Projektvorschläge zur Umsetzung auf kommunaler Ebene im Buch. So heißt es auf der Verlagshomepage dazu:
"Die Projektvorschläge sind weniger Patentrezepte als vielmehr Ideen, die zum Adaptieren, Ausprobieren und Weiterdenken einladen sollen. Sie richten sich an lokale EntscheidungsträgerInnen, KommunalpolitikerInnen aller Parteien, und netzpolitisch Interessierte, die endlich mit dem Ausschöpfen der Potentiale digitaler Technologien für Wirtschaft, Bildung, Kunst und Kultur beginnen möchten. Vor Ort."
Eine kostenlose E-Book-Version des Bands ist in Arbeit und wird spätestens zum Erscheinen der Printversion ebenfalls verfügbar sein - wir werden an dieser Stelle klarerweise darauf hinweisen, sobald es soweit ist.
_ Pressekonferenz der Linz AG über Fortschritt bei WLAN in Straßenbahnen und Wartehütten
Wie an dieser Stelle berichtet (vgl. "WLAN bald in Linzer Straßenbahnen und Wartehäuschen?") hat der Linzer Gemeinderat die stadteigene Linz AG via Gemeinderatsantrag (PDF) aufgefordert, Straßenbahnen, Busse und Wartehäuschen mit WLAN-Hotspots zur kostenlosen Nutzung auszustatten. Heute, 4.1.2011 hat Linz-Linien-Vorstandsdirektor Erich Haider gemeinsam mit Vizebürgermeister Klaus Luger in einer Pressekonferenz verkündet, dass die erste WLAN-Straßenbahn im Linienbetrieb eingesetzt wird. In der Presseunterlage findet sich auch ein nettes Bild zur Funktionsweise von WLAN in der Straßenbahn:
Wermutstropfen ist folgende Aussage zu WLAN in den Wartehäuschen der Linz Linien:
Die WLAN-Ausstattung von Haltestellen bzw. Wartehütten werden vorerst zurückgestellt. Es wird abgewartet, bis ein Gesamtkonzept für öffentliche WLAN-Zugänge im Linzer Raum vorliegt. Damit werden sich überlagernde Abdeckungen und damit verbundene, vermeidbare Doppelinvestitionen ausgeschlossen.
Damit ist WLAN in Wartehütten wohl bis auf weiteres kein Thema, denn ein Gesamtkonzept für öffentliche WLAN-Zugänge - zusätzlich zu den bereits bestehenden 120 Hotspots - ist nicht in Sicht. Hier wäre es vielmehr sinnvoll gewesen, mit Hilfe der Linz Linien in Richtung einer stärkeren WLAN-Abdeckung im öffentlichen Raum zu gehen.